Erfolgskonzept mit Zukunft: TanzKirche

Mit großer Mehrheit sprach sich die Kreissynode, das Evangelische Kirchenparlament der Region, dafür aus, die TanzKirche „DanceFlowSpirit“ dauerhaft als kreiskirchliches Handlungsfeld weiterzuführen. Das Projekt, das bislang im Rahmen eines Erprobungsraums von der Landeskirche gefördert wurde, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil kirchlichen Lebens und der Kulturszene in Krefeld entwickelt. Mit rund 1.200 Teilnehmenden jährlich erreicht „DanceFlowSpirit“ Menschen weit über die Grenzen klassischer Gemeindearbeit hinaus. Ab Dezember 2026 übernimmt der Kirchenkreis die vollständige Finanzierung des Projekts.

Das Team von DanceFlowSpirit freut sich über diesen eindeutigen Beschluss sehr!

von links nach rechts:
Superintendentin Pfr. Dr. Barbara Schwahn
Anne Hermanns-Dentges, Andreas Simon, Katrin Meinhard, Anika Böttger, Falk Schöller

Dank an alle, die am Samstag, 13. Juni 2026 mit guten Gedanken und innerer Verbundenheit für DanceFlowSpirit dabei waren. Die TanzKirche geht weiter! Sie bietet Raum für Begegnung, Glaube, Gemeinschaft, Mit-Verantwortung, Tanz und Spiritualiät mit dir und euch allen!

Besonders dankbar sind wir für die Rede, die Anika Böttger aus dem Vorstand der Kreissynode (KSV) vor der Beschlussfassung gehalten hat. Lest sie selbst!

Hohe Synode,
ich freue mich, Ihnen heute den Antrag zur Weiterführung von DanceFlowSpirit näherbringen zu dürfen – oder besser gesagt: Ihnen diese Arbeit ans Herz zu legen.
Sie müssen selbst nicht tanzbegeistert sein. Sie müssen auch nicht Ihre persönliche Spiritualität in diesem DanceFlowSpirit ausleben wollen. Aber es wäre schön, wenn Sie mit Ihrer Abstimmung dazu beitragen, den Menschen in unserer Kirche Raum zu geben, die genau dort ihren Glauben entdecken, vertiefen und erleben. Menschen, die Gott im Tanz begegnen. Menschen, die durch Bewegung, Musik, Gemeinschaft und Spiritualität einen Zugang zum Glauben finden.

Ja, wir reden heute auch über Kosten. Doch hier reden wir gleichzeitig über Reichweite. Über Wirksamkeit. Über Wahrnehmbarkeit. Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf dieses DanceFlowSpirit.
Auf der letzten Landessynode gab es eine Zukunftswerkstatt. Es wurde gefragt: Wie kann Kirche innovativ sein? Wie erreichen wir Menschen, die wir bisher nicht erreichen? Wie schaffen wir neue Formen von Gemeinschaft und Spiritualität?
Da dachte ich: Ein solches Angebot haben wir doch bereits. Hier. In unserem Kirchenkreis.
DanceFlowSpirit ist kein theoretisches Zukunftsmodell. Es ist bereits gelebte Realität.

Jahr für Jahr nehmen rund 1.200 Menschen an den unterschiedlichen Formaten teil. Menschen verschiedener Generationen und Hintergründe kommen zusammen. Darunter viele, die den Weg in eine klassische Ortsgemeinde vielleicht nicht finden würden. Hier entsteht eine Gemeinschaft, die wächst, die trägt und die Menschen miteinander verbindet.
Gleichzeitig hat sich DanceFlowSpirit zu einem sichtbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens entwickelt. Die Veranstaltungen machen die Kirche zu einem lebendigen Ort inmitten der Stadtgesellschaft. Das Tanzprojekt ist in der Kultur- und Kunstszene vernetzt, erhält öffentliche Aufmerksamkeit und wird weit über die Grenzen unseres Kirchenkreises hinaus wahrgenommen. Es zeigt: Kirche kann kreativ, offen und relevant sein.
Doch Reichweite allein wäre zu wenig.

Die eigentliche Stärke dieses Projektes liegt darin, dass es Menschen spirituelle Erfahrungen ermöglicht. In Gottesdiensten, Workshops, Begegnungen und Performances werden Glaubensfragen nicht nur besprochen, sondern erlebt. Hier wird Theologie nicht vereinfacht oder verdrängt – sie wird in einer Sprache erfahrbar gemacht, die Menschen heute verstehen und fühlen können.
Hinzu kommt: DanceFlowSpirit ist ein Ort des Lernens und der Innovation. Künstlerinnen und Künstler, Theologinnen und Theologen arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Neue Wege werden ausprobiert, Erfahrungen gesammelt und Impulse gewonnen, die auch für andere Bereiche unserer Kirche wertvoll sein können.
Und schließlich entsteht hier etwas, das wir uns an vielen Orten wünschen: Beteiligung. Ehrenamtliche übernehmen Verantwortung. Menschen bringen ihre Begabungen ein. Es entsteht ein echtes Wir-Gefühl und eine starke Identifikation mit Kirche.
Wenn wir Innovation fördern wollen, wenn wir neue Zielgruppen erreichen wollen, wenn wir Räume schaffen wollen, in denen Menschen Gott begegnen können, dann sollten wir nicht nur nach neuen Ideen suchen. Dann sollten wir auch den Mut haben, erfolgreiche Ideen zu stärken.
DanceFlowSpirit ist eine solche Idee.
Deshalb bitte ich Sie heute um Ihre Zustimmung. Nicht, weil jede und jeder von uns selbst Teil dieses DanceFlowSpirits sein muss. Sondern weil Kirche Raum für unterschiedliche Wege zu Gott braucht. Und weil dieses DanceFlowSpirit bereits heute zeigt, wie ein solcher Weg aussehen kann. Vielen Dank.

Anika Böttger, Kreissynodalvorstand Krefeld-Viersen

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